Wenn der Schnittlauch im späten Frühjahr und Frühsommer zu blühen beginnt, schneiden viele Gärtnerinnen und Gärtner die violetten Blüten ab und werfen sie auf den Kompost.
Dabei sind die Blüten nicht nur essbar, sondern lassen sich mit wenig Aufwand zu einem aromatischen und farbenfrohen Kräuteressig verarbeiten.
Jedes Jahr freue ich mich auf die ersten Schnittlauchblüten. Sie bringen Farbe in den Garten, werden von zahlreichen Insekten besucht und eignen sich hervorragend für einen einfachen Blütenessig.
Schnittlauchblüten-Essig selber machen
Für einen Schnittlauchblütenessig benötigst du nur wenige Zutaten:
- frische Schnittlauchblüten
- Essig nach Wahl
- ein sauberes Schraubglas
Die Schnittlauchblüten werden locker in ein Glas gefüllt und anschließend mit Essig übergossen, bis alle Blüten bedeckt sind.
Nun heißt es warten.
Bereits nach wenigen Tagen beginnt der Essig eine intensive rosa bis rubinrote Farbe anzunehmen. Gleichzeitig gehen Duft- und Aromastoffe der Blüten in den Essig über.
Nach etwa ein bis zwei Wochen kann der Essig abgeseiht und in Flaschen abgefüllt werden.
Was mich jedes Jahr fasziniert
Besonders beeindruckend finde ich die Verwandlung der Farbe.
Aus einem nahezu farblosen Essig entsteht nach und nach ein leuchtend rosaroter Kräuteressig, der nicht nur geschmacklich, sondern auch optisch etwas Besonderes ist.
Allein dieser Farbwechsel macht den Ansatz zu einem kleinen Naturerlebnis.
So verwende ich Schnittlauchblüten-Essig
Der Essig eignet sich hervorragend:
- für Salatdressings
- für Frühlings- und Sommersalate
- für Kräutermarinaden
- zum Verfeinern von Gemüsegerichten
- als Geschenk aus der eigenen Küche
Sein mildes Aroma passt besonders gut zu frischen Blattsalaten und Wildkräutersalaten.
Mit allen Sinnen erleben
Wenn du die Möglichkeit hast, betrachte die Schnittlauchblüten einmal genauer.
Beobachte die zahlreichen Insekten, die die Blüten besuchen. Schmetterlinge, wie der “Kleine Fuchs” lieben diese Blüten besonders. Reibe eine Blüte vorsichtig zwischen den Fingern und nimm ihren Duft wahr.
Oft entdecken wir gerade bei den Pflanzen aus unserem eigenen Garten Dinge, die uns bisher nie aufgefallen sind.
Hast du schon einmal Schnittlauchblüten verarbeitet?
Vielleicht als Essig, in Butter, im Salat oder auf eine ganz andere Art?
Ich freue mich über deine Erfahrungen, Ideen und Beobachtungen. Vielleicht greife ich sie in einem der nächsten Naturbriefe auf.
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Von Herzen
Die Natur schenkt uns oft mehr, als wir auf den ersten Blick erkennen.
Manchmal genügt es, genauer hinzusehen. Aus einer Blüte, die sonst auf dem Kompost landen würde, entsteht ein aromatischer Essig und vielleicht auch eine neue Wertschätzung für die Pflanzen direkt vor unserer Haustür.
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