Manchmal suchen wir eine Pflanze jahrelang in der Natur – und plötzlich wächst sie direkt vor der eigenen Haustür.

So ging es mir mit dem Echten Ehrenpreis (Veronica officinalis). Während meiner Kräuterausbildung begegnete mir diese alte Heilpflanze immer wieder in Büchern und Pflanzenporträts. In der Natur fand ich sie jedoch nur selten. Umso größer war meine Freude, als sich der Ehrenpreis in meinem Naturgarten ansiedelte und inzwischen sogar kleine Teppiche bildet.

Eine alte Heilpflanze mit großer Tradition

Der Echte Ehrenpreis gehört zur Familie der Wegerichgewächse (Plantaginaceae). Früher galt er als wichtige Hausmittelpflanze und wurde volksheilkundlich bei Husten, Atemwegsbeschwerden, Blasen- und Nierenleiden, Rheuma sowie vielen weiteren Beschwerden verwendet.

Wenn man alte Kräuterbücher durchblättert, gewinnt man fast den Eindruck, der Ehrenpreis war früher in keinem Haushalt unbekannt. Heute zeigen diese Überlieferungen vor allem, welchen hohen Stellenwert die Pflanze früher im Alltag hatte.

Unscheinbar und doch besonders

Der Ehrenpreis wächst zunächst kriechend über den Boden. Erst die Blütenstände richten sich auf und strecken ihre zarten violettblauen Blüten dem Licht entgegen.

Gerade diese unscheinbare Art macht für mich seinen besonderen Charme aus. Man muss genauer hinsehen, um ihn zu entdecken.

Ehrenpreis-Tee

Am liebsten verwende ich den Ehrenpreis als Teekraut.

Dafür ernte ich die oberirdischen Pflanzenteile während der Blüte und trockne sie schonend. Der Tee schmeckt angenehm mild und leicht herb. Besonders spannend finde ich, dass Ehrenpreis über Jahrhunderte hinweg nicht nur als Heilpflanze, sondern auch als täglicher Haustee geschätzt wurde.

Ehrenpreis im Naturgarten

In meinem Garten scheint sich der Ehrenpreis ausgesprochen wohlzufühlen.

Da wir viele Pflanzen aussamen lassen und nur Wege sowie notwendige Flächen mähen, können sich manche Arten ihren Platz selbst suchen. Der Ehrenpreis hat genau das getan und bildet inzwischen kleine Bestände.

Für mich ist er ein schönes Beispiel dafür, wie wertvoll naturnahe Gärten sein können. Manche Pflanzen erscheinen nicht sofort. Manchmal brauchen sie Jahre, bis die Bedingungen für sie passen.

Essbar und vielseitig

Die jungen Blätter, Triebe und Blüten des Ehrenpreises sind essbar.

Die Blüten eignen sich wunderbar als Dekoration für Salate oder sommerliche Gerichte. Die jungen Blätter können in kleinen Mengen Wildkräutersalaten beigemischt werden. Am liebsten genieße ich ihn jedoch als Tee.

Hast du schon einmal Ehrenpreis-Tee getrunken oder die Pflanze in der Küche verwendet? Ich freue mich über deine Erfahrungen und Beobachtungen.

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Von Herzen

Jahrelang habe ich nach dem Echten Ehrenpreis gesucht. Ihn nur ganz selten am Waldrand entdeckt. Heute wächst er direkt vor meiner Haustür.

Vielleicht erinnert uns diese kleine Pflanze daran, dass nicht alles sofort gefunden werden muss. Manche Dinge brauchen Zeit. Und manchmal genügt es, der Natur Raum zu geben. Dann zeigt sie uns ganz von selbst, was schon lange da war.

Collage Echter Ehrenpreis, Wuchsform und Blüte
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Olga Maria Lebenbauer

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